Lebensmittelklarheit.de

Neue Internetseite gegen Täuschung im Supermarkt

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Vebraucherzentralen starten in Zusammenarbeit mit Verbraucherministerium "lebensmittelklarheit.de" gegen Etikettenschwindel auf Verpackungen.

Hamburg. Der Verbraucherzentrale Bundesverband startet am Mittwoch bundesweit das Internetportal "lebensmittelklarheit.de". Über die Homepage der Hamburger Verbrauchernzentrale wird die Seite ebenfalls zu erreichen sein. Günter Hörmann, der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale, sagte am Dienstag, es werde eine Verlinkung geben. Das Portal wird von Bundesverbraucherministerium gefördert und soll ein Forum für Kunden sein, die sich über möglcihe Täuschung auf Verpackungen informieren und beschweren möchten.

Die Hamburger Verbraucherzentrale deckt seit Jahren Missstände im Lebensmittelangebot auf. Dazu seien immer wieder Hinweise von Verbrauchern gekommen, sagte Hörmann. Herausgekommen ist dadurch unter anderem die Aufdeckung von Mogelpackungen, wenn bei gleichbleibendem Preis im Handel weniger Menge in einer Verpackung steckt. Dahinter verbirgt sich dann eine versteckte Preiserhöhung. Festgestellt wurde auch, dass in manchen Verpackungen zu viel Luft stecke und dem Käufer dadurch mehr Inhalt vorgetäuscht werde.

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"Verbraucher können Produkte melden, durch deren Aufmachung oder Kennzeichnung sie sich getäuscht oder in die Irre geführt fühlen. Die Verbraucherzentrale leitet einen Dialog mit dem Hersteller oder Händler ein", heißt es auf der Vorabseite. Der Hersteller oder Händler kann dann zu den Vorwürfen Stellung beziehen. Auf der Seite gibt es das Beispiel der Verpackung, die leckeren Fisch verspricht, am Ende aber gar keinen Fisch enthält.

Die Gerwerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert das neue Verbraucherportal: "Eine ganze Branche und ihre Beschäftigten werden angegriffen“, sagte der Vorsitzende Franz-Josef Möllenberg. Kontrollen dürften nicht nach dem Zufallsprinzip und willkürlich in der Hand von Verbrauchern erfolgen.

Diese Kritik kann der Verbraucherschützer nicht nachvollziehen: Verbraucherhinweise, die der Transparenz und dem Qualitätsbewusstsein dienten, nutzten auch der Sicherung von Arbeitsplätzen einer Branche. Durch Schwarze Listen der Verbraucherzentrale Hamburg, in denen kritisierte Produkte aufgeführt sind, seien Unternehmen schon positiv dazu bewegt worden, Kennzeichnung oder Rezeptur zu verändern, sagte Hörmann. Letzten Endes würden somit Produkte auch besser, ergänzte er. (abendblatt.de/dpa)

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