Der Profi-Tipp

Achten Sie intensiver auf Ihr Stiefkind, den Trailer

So wird die erste Fahrt nach der Winterpause nicht zum Albtraum.

Vermutlich ist Ihnen noch nicht passiert, was wir in der vergangenen Woche auf dem Weg zum America's Cup nach Valencia erleben mussten: Wir fuhren auf der Autobahn in Höhe Karlsruhe, mein 8,50 Meter langes Rib im Trailer hintendran. Plötzlich sah meine Freundin im Rückspiegel eines unserer Trailer-Räder neben dem Auto herfahren. Was für ein Schock! Wir hatten aber Glück im Unglück, waren aufgrund eines vor uns geschehenen Unfalls nur mit Tempo 50 unterwegs.

Die Doppelachse mit je zwei Rädern an beiden Seiten hat Schlimmeres verhütet. Es gelang mir, das Rad in einer Blitzaktion einzusammeln. Wir fanden eine 24-Stunden-Werkstatt und konnten das gebrochene Lager dank eines leidenschaftlichen Mechanikers am nächsten Morgen ersetzen und den abgefallenen Reifen wieder anbringen. Sicherheitshalber haben wir auch die anderen drei Lager ausgetauscht. Doch der Schreck saß auch am Tag danach noch tief.

Dass ein solches Malheur trotz regelmäßiger Wartung passieren kann, ist schon beängstigend. Ich habe für mich festgelegt, Lager, Bremse und Reifen noch öfter, noch intensiver zu checken. Denn eines hat mir dieser Vorfall drastisch vor Augen geführt: Trailer sind schon so etwas wie die Stiefkinder von Bootseignern.

Den ganzen Winter über werden sie nicht genutzt, dann aber wieder in die Transport-Schlacht geworfen. Wer schraubt da schon gerne Räder ab, um die Innereien genau zu inspizieren? Dazu regelmäßig kräftig an Rädern und Lagern rütteln. Weisen sie zu viel Spiel auf, ist es Zeit für einen Austausch. Schaden nehmen leider auch wasserdichte Lager, wenn sie zu oft mit Salzwasser in Berührung gekommen sind. Also passen Sie auf Ihren Trailer und damit auf sich selbst und Ihr Boot gut auf! Und: Auch Trailer unterliegen der TÜV-Pflicht.