Kaukasus: Entführungshinweise werden überprüft

Möglicherweise Deutsche in Georgien entführt

In Georgien sind möglicherweise zwei Deutsche georgischer Abstammung entführt worden. Das Auswärtige Amt gehe "mit Hochdruck" entsprechenden Berichten der georgischen Behörden nach, sagte eine Ministeriumssprecherin am Sonnabend.

Die Sprecherin bestätigte damit im Grundsatz einen Bericht von "Spiegel Online", wonach seit Donnerstag laut georgischer Kriminalpolizei zwei aus Georgien stammende Männer mit deutschen Pässen aus der Stadt Gori, nordwestlich der Hauptstadt Tiflis, verschwunden seien.

Die deutsche Botschaft in Tiflis sei von den lokalen Behörden über den Vorfall informiert worden, hieß es in "Spiegel Online" weiter. Demnach seien die beiden Männer, deren Namen mit Levan und Lika D. angegeben wurden, während der chaotischen Zustände in der Stadt, wenige Kilometer südlich der Kriegsregion, verschleppt worden. Allerdings blieb demnach zunächst unklar, ob es sich bei den beiden tatsächlich um Deutsche handelte, weil Details wie Geburtsdaten fehlten.

Unbestätigten Berichten zufolge waren in den Tagen nach den aktiven Kampfhandlungen hunderte Menschen von Milizen nach Südossetien verschleppt worden. Bereits Anfang dieser Woche hatte das Auswärtige Amt Hinweise bekommen, dass offenbar Deutsche in der ebenfalls umkämpften Region Abchasien im Nordwesten Georgiens verschwunden oder gar entführt worden waren. Nach eingehender Überprüfung gehen die Behörden allerdings laut "Spiegel Online" nunmehr davon aus, dass es sich bei diesem Verdacht um einen falschen Alarm handelte.

( afp )