Der Westen holt bei Kita-Plätzen auf

Wiesbaden. Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für Kleinkinder greift: Vor allem der Westen holt auf, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. In den alten Bundesländern gingen zum Stichtag 1. März 2014 deutlich mehr Kinder unter drei Jahren in eine Tagesbetreuung als vor Inkrafttreten des Gesetzes am 1. August 2013. In einem Drittel der 325 Kreise und kreisfreien Städte in Westdeutschland lag die Quote bei mindestens 30 Prozent. „Gegenüber dem Jahr 2013 hat sich die Zahl dieser Kreise nahezu verdoppelt“, berichteten die Statistiker. Insgesamt lag die Betreuungsquote im Westen mit 27,4 Prozent immer noch deutlich unter der Betreuungsquote in Ostdeutschland mit 52 Prozent.

Die bundesweit höchsten Quoten hatten Frankfurt (Oder) mit 63 Prozent, gefolgt von den Landkreisen Elbe-Elster und Wittenberg mit je 62,8 Prozent. Im Westen wurden die höchsten Werte in Heidelberg (46,9 Prozent), Hamburg (43 Prozent) und im bayerischen Landkreis Coburg (42,4 Prozent) erreicht. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Betreuungsquote in Hamburg um 4,6 Prozentpunkte – bundesweit der Spitzenwert. Die geringste Betreuungsquote hatte der Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern: 13,9 Prozent.

Deutliche regionale Unterschiede sieht man auch, wenn man die Kinder nach Altersgruppen aufteilt. Während die Betreuungsquote bei Einjährigen in fast allen ostdeutschen Kreisen und Städten über 50 Prozent lag, gab es im Westen nur drei Städte mit einer ähnlich hohen Quote: Heidelberg, Hamburg und Erlangen. Bei Zweijährigen lag überall im Osten die Betreuungsquote bei mindestens 79 Prozent – im Westen wurde dieser Wert nur von neun der 325 Kreise und Städte erreicht. Kaum eine Rolle spielte die Betreuung von Kindern unter einem Jahr. Hier lag die Quote in Ostdeutschland (plus Berlin) bei 4,3 Prozent und in Westdeutschland bei 2,5 Prozent.