Ex-Bischof Tebartz-van Elst hat neuen Posten im Vatikan

Berlin. Der skandalumwitterte ehemalige Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat neun Monate nach seiner Abberufung einen Posten im Vatikan übernommen. Der 55-Jährige wurde bereits im Dezember zum Delegaten im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung ernannt. Tebartz hatte sein Amt im März 2014 im Zuge des Skandals um die explodierten Kosten für den neuen Bischofssitz in Limburg verloren. Eine bischöfliche Prüfungskommission kam in ihrem Abschlussbericht zu dem Ergebnis, dass er kirchliche Vorschriften umgangen und Baukosten in die Höhe getrieben hatte. Ein strafrechtlich verfolgbares Verhalten sah die Staatsanwaltschaft Limburg jedoch nicht.

Der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung ist eine Behörde der römischen Kurie, also der Verwaltung des Vatikans. Aufgabe ist die Verkündung des Evangeliums in Ländern, in denen der Glaube zwar stark verwurzelt ist, aber die Unterstützung für die Kirche schwindet. Geleitet wird die 2010 gegründete Behörde vom italienischen Kurien-Erzbischof Rino Fisichella.

Unklar war die genaue Stellenbeschreibung von Tebartz’ neuem Posten: Arbeitet er als Sekretär – was eine ranghöhere Stellung wäre – oder als Delegat? In der vatikanischen Hierarchie stünde Tebartz in jedem Fall nicht an der Spitze. Die Personalie scheint auch im Vatikan umstritten zu sein. Spekuliert wurde, ob der Papst gegen die Ernennung des viel kritisierten Ex-Bischofs von Limburg war. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte vor Kurzem geschrieben, Franziskus habe Tebartz die kalte Schulter gezeigt und wünsche eine Ernennung nicht. Die Zeitung zitierte den Papst mit den Worten: „Ich denke gar nicht daran.“

Informanten sagten, dass Tebartz’ Ernennung vermutlich nicht im Bulletin, den offiziellen Mitteilungen des Vatikans, auftauchen werde – was auf eine problematische Kommunikation in diesem Fall hindeutet. Bemerkenswert ist auch, dass die Deutsche Bischofskonferenz offenbar nicht über die Personalie informiert war.