Tod eines Afrikaners in Dresden – Landsmann gesteht

Dresden. Der Tod eines Asylbewerbers in Dresden ist offenbar aufgeklärt. Ein Mitbewohner des aus Eritrea stammenden 20-jährigen Khaled I. wurde am Donnerstag festgenommen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden mit. Der 26-Jährige stehe in dringendem Verdacht, Khaled I. am Montagabend vergangener Woche im Innenhof des Wohnhauses durch mehrere Messerstiche in den Hals tödlich verletzt zu haben. Der Beschuldigte legte demnach ein Geständnis ab. Als Motiv habe er in der Vernehmung angegeben, dass ein Streit über die Haushaltsführung eskaliert sei.

Zuvor war auch intensiv über einen möglichen rassistischen Hintergrund der Tat in der Stadt der Pegida-Bewegung spekuliert worden. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Sachsen, die die jungen Afrikaner betreute, hatte in der vergangenen Woche von Hakenkreuzschmierereien im Hausaufgang zur Wohnung der Asylbewerber berichtet. Auch soll Anfang Januar gegen die Tür der Wohnung getreten worden sein, in der Khaled I. gemeinsam mit sieben anderen Flüchtlingen lebte.

Gegen den 26 Jahre alten Verdächtigen, der wie das Opfer aus Eritrea stammt, erließ das Amtsgericht Dresden Haftbefehl wegen Totschlags. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Zu der Festnahme habe vor allem die Auswertung von DNA-Spuren an der mutmaßlichen Tatwaffe geführt, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Khaled I. war tot am Hintereingang seines Wohnhauses in einem Dresdner Plattenbaugebiet gefunden worden. Zunächst hatte die Polizei keine Anhaltspunkte für eine Fremdeinwirkung gesehen. Die Obduktion zeigte dann allerdings, dass der Mann durch mehrere Messerstiche starb. Diese Entwicklung löste eine politische Debatte aus. Linke-Politiker warfen der Polizei einseitige Ermittlungen vor, der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck stellte Anzeige gegen die Ermittler.