Linke geht auf Distanz zu Wagenknecht

Berlin. Die Parteiführung der Linken hat sich vom Vergleich von Vizefraktionschefin Sahra Wagenknecht der Anschläge von Paris mit US-Drohnenangriffen distanziert. Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn sagte am Montag, es sei immer bedauerlich, wenn irgendwo auf der Welt Menschen unschuldig getötet werden: „Das gilt nicht nur in Paris, sondern auch anderswo. Aber ich werde die Ereignisse nicht gegeneinander aufrechnen.“ Wagenknecht hatte gesagt: „Wenn eine vom Westen gesteuerte Drohne eine unschuldige arabische oder afghanische Familie auslöscht, ist das ein genauso verabscheuenswürdiges Verbrechen wie die Anschläge von Paris, und es sollte uns mit der gleichen Betroffenheit und dem gleichen Entsetzen erfüllen.“

Die Vizefraktionschefin selbst besteht darauf, dass ihre Fraktion ab Herbst von einer Doppelspitze geführt wird. Vor der seit Montag stattfindenden zweitägigen Klausurtagung der Linken-Abgeordneten erinnerte Wagenknecht an einen entsprechenden Parteitagsbeschluss aus dem vergangenen Jahr. Gleichzeitig bekräftigte die Wortführerin des linken Parteiflügels ihr grundsätzliches Interesse, für einen der beiden Führungsposten zu kandidieren. Gregor Gysi führt die Fraktion seit 2005 – seit 2009 allein, davor zusammen mit Oskar Lafontaine.