Deutsche Bistümer

Katholische Kirche veröffentlicht ihr Milliarden-Vermögen

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Nach dem Fall Tebartz-van Elst haben Bischöfe damit begonnen, die Geheimniskrämerei um das Vermögen der Bistümer zu beenden.

Berlin. Die katholische Kirche in der Transparenzoffensive: Nach dem Skandal um die hohen Kosten für den neuen Bischofssitz in Limburg, der vor neun Monaten die Demission von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zur Folge hatte, veröffentlichen immer mehr Diözesen Angaben zu ihrem Vermögen. Das gilt auch und gerade für lange geheime Schattenhaushalte wie die Bischöflichen Stühle oder Versorgungswerke. Viele versuchen auch, den Umfang ihrer Besitztümer genau zu ermitteln und hinterfragen ihre Entscheidungsstrukturen in finanziellen Angelegenheiten.

Noch liegen nicht alle Zahlen vor. Fest steht aber schon jetzt: Die katholische Kirche ist milliardenschwer, wie eine Übersicht der Deutschen Presse-Agentur mit Angaben aus allen 27 Diözesen zeigt. Dabei handelt es sich um Barvermögen, aber zu großen Teilen auch um Finanzanlagen, Rückstellungen etwa für Priesterpensionen sowie Immobilienbesitz.

Abgeschlossen ist dieser Prozess noch nicht, einige Bistümer tun sich bei der Bewertung etwa ihres Besitzes an Gebäuden und Grundstücken schwer. Um eine bessere Gesamtübersicht über ihre wirtschaftliche Situation zu bekommen, stellen etliche ihre Bilanzen nach den Standards des Handelsgesetzbuches um. In Köln, der Diözese mit den meisten Mitgliedern, wird allein der Immobilienbesitz von Erzbistum und Erzbischöflichem Stuhl auf über 612 Millionen Euro taxiert. Das Bistum Limburg bilanziert in seinem Geschäftsbericht unter anderem 730,2 Millionen Euro Finanzanlagen und 80,3 Millionen Euro Sachanlagen, vor allem Immobilien. Der Bischöfliche Stuhl weist rund 92 Millionen Euro aus, das Domkapitel kommt auf 4,4 und eine Stiftung auf 31 Millionen Euro.

Zu den Diözesen mit großen Vermögenswerten gehören den vorliegenden – teils unvollständigen und nicht immer vergleichbaren – Angaben zufolge auch Mainz mit 823,3 Millionen Euro Gesamtvermögen und Trier, wo allein das Anlagevermögen zuletzt 759,6 Millionen Euro betrug. In Augsburg summieren sich Eigen-, Sach- und Anlagekapital auf über 620 Millionen Euro, in Passau verfügen Diözese, Bischöflicher Stuhl und eine Pensionsanstalt über zusammen 570 Millionen Euro. Fulda bewertet allein sein liquides Vermögen mit 456 Millionen Euro.

Das vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, geleitete Erzbistum München-Freising gilt ebenfalls als gut situiert. Wie gut, soll erst in einigen Jahren feststehen, wenn unter anderem 7000 Gebäude bewertet sind. Diözesen im Osten gelten dagegen als vergleichsweise arm. So hat der Bischöfliche Stuhl in Magdeburg 200.000 Euro.

Die Gesamtrücklage des Erzbischöflichen Stuhls in Hamburg beträgt 35 Millionen Euro. Zum Vermögen des Erzbistums gehört unter anderem ein Pensionsfonds für die Priesterversorgung im Umfang von 79,7 Millionen Euro. Noch nicht bewertet sind etliche Grundstücke und Immobilien. Das Anlagevermögen des Bistums Hildesheim betrug Ende 2013 rund 202 Millionen Euro. Rückstellungen von 147,3 Millionen Euro standen Verbindlichkeiten von 21,5 Millionen Euro gegenüber. Das bilanzielle Eigenkapital lag bei 66,3 Millionen Euro.