Krankenkassen: Zusatzbeitrag 2015 bei 0,9 Prozent

Bonn/Berlin. Die Senkung des Beitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung von 15,5 auf 14,6 Prozent im kommenden Jahr dürfte durch die Zusatzbeiträge der einzelnen Kassen von durchschnittlich 0,9 Prozentpunkten weitgehend wieder aufgezehrt werden. Zu diesem Ergebnis kam der Schätzerkreis von Bundesversicherungsamt, gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch in Bonn.

Mit dem geringeren Beitragssatz und der Möglichkeit, den Zusatzbeitrag selbst zu bestimmen, will der Gesetzgeber mehr Wettbewerb zwischen den einzelnen Krankenkassen erreichen: Die Versicherten können künftig vergleichen, welche Kasse das günstigere Angebot hat. 20 der rund 130 gesetzlichen Krankenkassen haben bereits angekündigt, einen Zusatzbeitrag unter den 0,9 Prozentpunkten anzubieten.

Eine Mehrbelastung dagegen könnte 2015 womöglich auf gut verdienende Beschäftigte und ihre Arbeitgeber zukommen: Sie müssen 2015 mit höheren Lohnabzügen für ihre Sozialbeiträge rechnen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen für die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung zum Beispiel steigt diese Grenze im Westen Deutschlands von 5950 auf 6050 Euro Brutto-Monatseinkommen, im Osten von 5000 Euro auf 5200 Euro. Darüber liegende Einkünfte sind beitragsfrei.

Für gut verdienende Arbeitnehmer kann das allein in der Rentenversicherung eine Mehrbelastung von knapp zehn Euro monatlich im Westen und knapp 20 Euro im Osten ausmachen. Dies könnte aber möglicherweise durch eine leichte Senkung des Beitragssatzes um 0,1 bis 0,3 Punkte ausgeglichen werden, die sich für das kommende Jahr abzeichnet.