Mißfelder gibt Amt als Beauftragter für Amerika ab

Berlin. Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, Philipp Mißfelder, gibt sein Amt nach nur drei Monaten auf. Er begründete seinen Verzicht damit, dass er Ende April Schatzmeister der nordrhein-westfälischen CDU werden will. Mißfelder war zuletzt durch einen anderen Nebenjob in die Kritik geraten. Durch die Veröffentlichung des Bundestags wurde bekannt, dass er neben seinen Abgeordnetenbezügen als „strategischer Berater“ des Kunstbuch-Verlags teNeues mehr als 100.000 Euro pro Jahr verdient. Damit gehört der Vorsitzende der Jungen Union (JU) zu den Bestverdienern im Parlament.

Mißfelder begründete seinen Abschied jedoch ausschließlich mit dem zusätzlichen Parteiposten in NRW. Er wolle jeden Anschein einer Interessenkollision vermeiden. „Ich halte das Parteiamt eines Landesschatzmeisters für unvereinbar mit der Aufgabe als Amerikabeauftragter im Auswärtigen Amt.“ Für die Wahl auf einem Landesparteitag am 26. April ist er bislang der einzige Kandidat. Im Sommer tritt Mißfelder auch als JU-Vorsitzender ab. Mit 35 Jahren ist er dann zu alt.

Das Amt als Koordinator für die transatlantischen Beziehungen hatte Mißfelder erst im Januar übernommen. Das Verhältnis zu den USA ist durch die Ausspähaktionen des amerikanischen Geheimdienstes NSA belastet. Wer die Aufgaben künftig übernehmen soll, steht noch nicht fest.