AOK: 19.000 Patienten sterben nach Kunstfehlern

Berlin. Wegen Behandlungsfehlern im Krankenhaus sterben jährlich in Deutschland nach Schätzungen rund 19.000 Patienten. In rund 190.000 Fällen sollen solche Fehler gesundheitliche Schäden bei Patienten verursachen. Das ist das Ergebnis des neuen AOL-Krankenhausreports. „Die meisten Fehler entstehen bei operativen Eingriffen“, sagte Mitherausgeber Max Geraedts bei der Vorstellung der Studie.

Komplikationen entstünden, weil die Ärzte Nachbarorgane verletzten und es zu Blutungen oder Infektionen im OP-Saal komme. Typische Fehler seien Verwechslungen bei den Medikamenten und mangelnde Desinfektion der Hände bei Ärzten und Pflegern. Knapp die Hälfte der Todesfälle sei vermeidbar, sagte der Gesundheitsforscher der Universität Witten/Herdecke.

Bei der Gesamtzahl von Fehlern und Todesfällen greift der AOK-Report allerdings auf eine rund acht Jahre alte Erhebung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit zurück. Diese basierte auf mehr als 180 internationalen Studien. Der AOK-Report bezieht nun die damals ermittelten Anteile von Fehlern auf die aktuelle Zahl der Klinikfälle in Deutschland. Geraedts wies Kritik an der Methode zurück: Tatsächlich passierten wohl sogar mehr Fehler.

Als Kernproblem nennt die AOK, dass viele Kliniken komplizierte Behandlungen anböten, obwohl ihnen die Erfahrung dafür fehle. So gebe es deutliche Unterschiede beim Einsatz künstlicher Hüftgelenke bei Arthrose: In Kliniken, die in der Rangliste zum Viertel der schlechtesten Krankenhäuser zählen, müssen mindestens 5,7 Prozent der Patienten binnen eines Jahres erneut unters Messer. Beim Viertel der besten Kliniken werde nur bei höchstens 2,6 Prozent der Patienten eine neue OP fällig.