Steinmeier wechselt in USA den Botschafter aus

Berlin. Deutschlands Vertreter bei den Vereinten Nationen, Peter Wittig, wird neuer Botschafter in Washington. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch in Berlin die Ernennung des 59-Jährigen zum Nachfolger des bisherigen Botschafters Peter Ammon. Neuer deutscher Uno-Vertreter in New York soll der bisherige Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Harald Braun, werden.

Wittig studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn, Freiburg, Canterbury und Oxford. Er gehört dem Auswärtigen Dienst seit 1982 an. 1997 wurde er Botschafter im Libanon und 1999 Botschafter in Zypern. Ab 2002 war er im Auswärtigen Amt in Berlin tätig. Wittig war seit 2009 Chef der deutschen Uno-Vertretung.

Der Spitzendiplomat bleibt nun in den USA, zieht aber in die Hauptstadt um. Zu seinen wichtigsten Aufgaben wird es gehören, das durch die NSA-Affäre belastete Verhältnis zu den USA wieder in Ordnung zu bringen. Die Neubesetzung des Botschafterpostens in Washington gehört zu den ersten zentralen Personalentscheidungen von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nach dessen Rückkehr ins Auswärtige Amt.

In Wittigs Dienstzeit bei den Vereinten Nationen fiel eine der umstrittensten Entscheidungen der deutschen Außenpolitik der vergangenen Jahre, die Enthaltung bei der Abstimmung über den Libyen-Einsatz im Uno-Sicherheitsrat 2012. Die Enthaltung löste lange Diskussionen darüber aus, ob Deutschlands militärische Zurückhaltung noch zeitgemäß ist.

Auch in mehreren anderen wichtigen Botschaften gibt es Veränderungen. Wittigs Vorgänger Ammon wechselt nach zweieinhalb Jahren in Washington nach London. Neuer Botschafter in Russland wird Rüdiger Freiherr von Fritsch, der bislang auf dem Posten in Polen war. Aus der Zentrale nach Warschau geht der Abrüstungsexperte Rolf Nikel. Zuvor war schon bekannt geworden, dass der Europa-Experte Peter Schoof aus Berlin ins Euro-Krisenland Griechenland umzieht.