Letzte deutsche Soldaten haben Kundus verlassen

Istanbul/Kundus. Zehn Jahre nach Beginn des Bundeswehr-Einsatzes in Kundus sind die letzten deutschen Soldaten aus der nordafghanischen Unruheprovinz abgezogen. Der Konvoi aus Kundus sei am Sonnabend im deutschen Feldlager in Masar-i-Scharif eingetroffen, teilte die Bundeswehr mit. Der Abzug aus Kundus ist ein wichtiger Schritt der Bundeswehr beim Abzug aus Afghanistan. Der Nato-Kampfeinsatz läuft Ende 2014 aus.

Insgesamt legten 441 Soldaten und 119 Fahrzeuge nach Bundeswehrangaben in den beiden Nächten zuvor den rund 300 Kilometer langen Weg ohne Zwischenfälle zurück. Mehr als 500 Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf hätten die Transporte gegen mögliche Angriffe radikalislamischer Aufständischer abgesichert.

Die Gewalt in Afghanistan dauert unterdessen an. Das Innenministerium in Kabul teilte am Sonntag mit, bei Operationen einheimischer Sicherheitskräfte in mehreren Provinzen seien 22 Taliban-Kämpfer getötet worden. Zu einer der Operationen sei es in der an Kundus angrenzenden Provinz Baghlan gekommen. In Südafghanistan wurde am Sonntag ein Isaf-Soldat bei einem Anschlag getötet. Die Isaf machte wie üblich keine Angaben zur Nationalität.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatten das Camp in Kundus Anfang Oktober an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben. Damit bleibt als letztes deutsches Feldlager das Hauptquartier in Masar-i-Scharif. Von dort aus kann die Bundeswehr im Notfall auch künftig noch eine bis zu 300 Mann starke Eingreiftruppe zur Unterstützung der afghanischen Verbündeten nach Kundus schicken.