Welche Koalition? Der Präsident schaltet sich ein

Joachim Gauck lädt alle Parteichefs ins Schloss Bellevue. Als Erste kam Merkel

Berlin. Gut eine Woche nach der Bundestagswahl hat sich Bundespräsident Joachim Gauck zu einem ungewöhnlichen Vorgehen entschieden: Er lud alle Vorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien zu Vier-Augen-Gesprächen ins Schloss Bellevue, um mit ihnen über Koalitionsmöglichkeiten zu sprechen. Als Erste kam gestern CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Heute wird der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel erwartet.

Dem Staatsoberhaupt gehe es darum, sich „im Austausch“ mit den Parteichefs über die Situation zu informieren, teilte das Bundespräsidialamt mit. Gauck interessiere sich für die „Wahrnehmung und Perspektive“ seiner Gesprächspartner. In Berlin hieß es, der Präsident wolle darauf dringen, dass am Ende eine Einigung stehe und so Neuwahlen vermieden werden.

Am Freitag soll es erste Sondierungsgespräche von CDU/CSU und SPD geben. In der kommenden Woche ist eine Begegnung der Union mit der Grünen-Spitze geplant. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles schloss nicht aus, dass sich die Regierungsbildung bis ins neue Jahr hinziehen wird. Vor allem im Steuerstreit ist ein Kompromiss nicht in Sicht: Die Unionsführung schließt Erhöhungen aus, während SPD-geführte Länder erneut forderten, die Einnahmen zu erhöhen.

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