In Hamburg wählt mehr als jeder Fünfte per Brief

Berlin. Die großen deutschen Städte müssen vor der Bundestagswahl einen Ansturm von Briefwählern bewältigen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in Wahlämtern von mehr als 20 Städten. So forderten etwa deutlich mehr Bürger in Hamburg, Berlin, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund und Essen Briefwahlunterlagen an als bei der Bundestagswahl vor fünf Jahren.

Die Zahl der Briefwähler war bei den vergangenen fünf Bundestagswahlen kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2005 etwa gaben 18,7 Prozent der Wähler ihre Stimme vor dem eigentlichen Wahltag ab, 2009 waren es bereits 21,4 Prozent.

In Hamburg hatten sechs Tage vor der Wahl 280.300 Bürger Briefwahlunterlagen erhalten (21,9 Prozent). Vier Jahre zuvor waren es zu diesem Zeitpunkt laut Landeswahlamt erst 255.400 (20,4 Prozent). Auch in Berlin und München wurden einige Zehntausend Unterlagen mehr verschickt.

Die Möglichkeit zur Briefwahl wurde 1957 eingeführt. Bis 2008 mussten die Verhinderungsgründe noch auf dem Wahlscheinantrag angegeben werden. Das steigende Interesse an der Briefwahl lässt laut Experten keine Schlüsse auf die Wahlbeteiligung insgesamt zu. Eine größere Nachfrage nach Briefwahlunterlagen meldeten in einer Umfrage auch zahlreiche weitere Städte. Teilweise mussten die Wahlämter Überstunden einlegen.