Solidarität aus Berlin für Zschäpes Anwältin

Berlin. Anja Sturm, Verteidigerin der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe, hat nach ihrem Wechsel in eine Kölner Kanzlei Unterstützung vom Berliner Anwaltsverein erhalten. „Anfeindungen einer Rechtsanwältin oder eines Rechtsanwalts allein aufgrund der Strafverteidigung für eine bestimmte Person verbieten sich von selbst“, erklärte der Anwaltsverein am Donnerstag. Medien hatten zuvor berichtet, es habe in Sturms bisheriger Berliner Kanzlei Kritik daran gegeben, dass die Anwältin die Hauptangeklagte im Münchner NSU-Prozess verteidigt. „Wenn Rechtsanwälten die professionelle Vertretung einer bestimmten Person zum Vorwurf gemacht werden könnte, würde der Rechtsstaat darunter leiden“, teilte der Anwaltsverein mit. „Es besteht keinerlei Zweifel und ist vielmehr eine rechtsstaatliche Selbstverständlichkeit, dass jeder Mensch das Recht auf eine professionelle Strafverteidigung und damit auf professionell arbeitende Rechtsanwälte hat.“

Sturm arbeitete seit Januar 2012 in der Kanzlei Weimann & Meyer. Vor allem linke Anwälte hatten kritisiert, dass sie eine Rechtsextremistin verteidigt. Ihre Suche nach einer anderen Sozietät in Berlin blieb erfolglos. Sturm hatte angekündigt, vom 1. August an gemeinsam mit Wolfgang Heer in einer Kanzlei zu arbeiten. Beide vertreten Zschäpe – zusammen mit dem Koblenzer Anwalt Wolfgang Stahl vor dem Oberlandesgericht München.