Grüne setzen im Wahlkampf auf forsche Plakate

Berlin. Noch 81 Tage bis zur Bundestagswahl am 22. September: Gegen die Beliebtheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollen es die Grünen nun im Wahlkampf mit frischer Optik und forschen Slogans versuchen. Mit entsprechenden Plakaten wollen sie gegen den von ihnen befürchteten Wohlfühlwahlkampf von Merkel punkten. Sie wollten damit darauf reagieren, dass die Kanzlerin die Gesellschaft ruhigzustellen versuche, machten die Spitzenkandidaten Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt am Mittwoch bei der Präsentation ihrer Kampagne zur Bundestagswahl in Berlin deutlich.

Zu sehen sind neben dem Spitzenduo neun mit leicht verzerrender Froschaugenoptik aufgenommene Gesichter von Kindern, Frauen und Männern und eine Kuh. Sie alle blicken den Betrachter meist intensiv an. „Mensch vor Bank“ steht unter anderem dabei oder „Für faire Miete statt Rendite“. Über ein forsches Mädchen ist der Spruch gedruckt: „Ich sag: Hello Kita“. „Und Du?“ heißt es auf allen Plakaten. Vom Parteilogo ist nur der angedeutete Blütenblätterkreis einer Sonnenblume übrig geblieben. „Mit dieser Kampagne geben wir die Antwort auf Merkels sedierte Gesellschaft. Es ist die Strategie von Angela Merkel, die ganze Gesellschaft unter Baldrian zu setzen“, sagte Trittin. Göring-Eckardt betonte, dass die Grünen ihr Augenmerk auf Mobilisierung und Angriff richten. „Wir wollen nach dem 22. September regieren.“

Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke geht es um die Frage: „Was steht im Mittelpunkt von Politik?“ 76 Prozent der Bundesbürger sagten, CDU/CSU und FDP kümmerten sich nicht ums Gemeinwohl, sagte sie unter Berufung auf das Institut Forschungsgruppe Wahlen. Auf die Frage, wie die Grünen auf die in Umfragen derzeit eher schwache Perspektive für den erwünschten Erfolg von Sozialdemokraten und Grünen reagierten, sagte Trittin: „Wir stehen für starke Grüne.“

Die Grünen können für den Bundestagswahlkampf 2013 rund 5,5 Millionen Euro ausgeben – mehr als 2009. Von Mitte August an startet die Plakatierung.