Schweiz klagt Bankdaten-Dieb aus Deutschland an

Bern/Düsseldorf. Ein mutmaßlicher deutscher Bankdaten-Dieb ist knapp ein Jahr nach seiner Festnahme in der Schweiz von der Staatsanwaltschaft in Bern angeklagt worden. Der 54 Jahre alte Computerexperte habe gestanden, rund 2700 interne Datensätze der Zürcher Privatbank Julius Bär für 1,1 Millionen Euro an den deutschen Fiskus verkauft zu haben, berichteten die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ und die „Neue Zürcher Zeitung“ unter Berufung auf die Schweizer Bundesanwaltschaft.

Nach eigenen Angaben führt die Behörde neben der Vorbereitung des Prozesses gegen den in der Schweiz lebenden IT-Experten auch weiter Ermittlungen gegen einen in Deutschland wohnenden pensionierten Steuerfahnder. Dieser soll die CD mit Daten deutscher Bankkunden im Februar 2012 von dem Angeklagten in Empfang genommen haben. Die Oberfinanzdirektion Münster leitete daraufhin gegen viele Steuersünder Verfahren ein.

Laut Anklagevertretung hat der IT-Spezialist bei der Bank Julius Bär illegal Namen, Wohnorte, Kontonummern sowie die Beträge auf den Konten kopiert. Er habe die Datensätze von Bankkunden herausgezogen, die mehr als 100.000 Euro, Schweizer Franken, Britische Pfund oder US-Dollar besessen hätten. Diese Daten habe er im Februar 2012 dem Steuerfahnder bei einem Treffen in Berlin übergeben.