Schlesier-Chef fordert Entschuldigung für Vertreibung

Hannover. Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, Rudi Pawelka, hat von Polen und Tschechien eine Entschuldigung und eine Entschädigung für die Vertreibung von Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg gefordert. „Wir machen einseitig Versöhnung, das bringt auf Dauer nichts“, sagte Pawelka am Sonntag in Hannover auf dem Deutschlandtreffen der Schlesier. „Wir haben uns vielfach entschuldigt.“ Gleichzeitig sprach Pawelka von „ersten Schritten hin zu einer echten Versöhnung“. In beiden Ländern gebe es hoffnungsvolle Zeichen.

In seiner Rede kritisierte Pawelka auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Diese habe sich 2002 noch in der Opposition für eine Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter im Osten eingesetzt, tue jetzt aber nichts. Nach Bekanntwerden des Redeinhalts hatten Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Landtagspräsident Bernd Busemann ihre Teilnahme an dem Treffen abgesagt.