Unions-Spitzen gegen Neuregelung bei Adoptionen

Berlin. In der Union gibt es weiter Kritik an der positiven Haltung von Bundessozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) zur Gleichstellung Homosexueller beim Adoptionsrecht. „Das ist ein Thema, von dem ich glaube, dass wir gut daran tun, das nicht in Wahlkampfzeiten so ganz nebenbei zu entwickeln“, sagte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier am Montag vor einer CDU-Präsidiumssitzung in Berlin.

„Ich persönlich bin der Meinung, dass wir beim vollen Adoptionsrecht jetzt nicht das Kind mit dem Bade ausschütten sollten“, sagte die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner. „Ich halte es für nötig, soweit das machbar ist, dass Kinder mit Vater und Mutter aufwachsen.“ Eine Debatte anzustoßen, sei an sich aber nichts Falsches.

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Ehegattensplitting auch für homosexuelle Paare hatte sich die stellvertretende CDU-Vorsitzende von der Leyen für eine weitgehende Gleichstellung starkgemacht. Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften gehe es nicht anders als Kindern, die in gemischtgeschlechtlichen Ehen aufwachsen, sagte sie im Deutschlandfunk. Die Debatte über das Adoptionsrecht werde sicherlich weitergehen. Die FDP drängt die Union seit Längerem zu einer zügigen und vollen Gleichstellung, Spitzenpolitiker von CDU und CSU lehnen das ab.