De Maizière hatte schon früh Zweifel an Drohnenprojekt

Berlin. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) war laut einem Zeitungsbericht schon früher als bisher zugegeben über die Probleme mit der Zulassung der Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“ informiert. Er habe bereits am 8. Mai bei einem Redaktionsbesuch in Ingolstadt erhebliche Zweifel an der Drohne geäußert, berichtet der „Donaukurier“. De Maizière habe damals auf die Frage, ob die Bundeswehr wie geplant fünf „Euro Hawk“-Exemplare beschaffen werde, geantwortet: „Im Moment sieht es nicht so aus.“ Das entscheidende Problem sei die Frage der Zulassung. Bei der Vorlage seines Untersuchungsberichts zum Drohnen-Debakel am Mittwoch hatte de Maizière dagegen erklärt, er sei erst am 13. Mai über das ganze Ausmaß der Probleme mit dem „Euro Hawk“ informiert worden.

Ungeachtet der Drohnen-Affäre will der Minister bei einem Wahlsieg der Union bis 2017 im Amt bleiben. „Ich möchte diesen sehr schwierigen Weg der Neuausrichtung der Bundeswehr und der Umstrukturierung des Ministeriums (…) gerne noch vier Jahre weiterführen“, sagte er in der ARD. An Rücktritt habe er wegen des Hunderte Millionen Euro teuren Scheiterns des Drohnen-Projekts „Euro Hawk“ nicht gedacht. In den Wahlkampf gehe er nun „mit einem kräftigen blauen Auge, aber das kann ja auch verheilen“.