Steinbrück warnt vor Stimmenklau durch „Alternative“

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Berlin. Die Spitzenpolitiker der großen Parteien warnen immer lautstärker vor der „Alternative für Deutschland“ (AfD). SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nannte die neue Partei zuletzt hochgefährlich, da sie mit Vorurteilen und Ressentiments spiele. Drastischer äußerte sich Außenminister Guido Westerwelle: „Sind wir eigentlich verrückt geworden, dass wir das, was in Jahrzehnten gebaut worden ist, in einem Jahr einreißen wollen?“, fragte er. Vor allem die FDP könnte in der Debatte um die Euro-Krise Wähler an die AfD verlieren.

Aber auch SPD-Mann Steinbrück hält es für möglich, dass die Sozialdemokraten Stimmen an die eurokritische Partei verlieren. „Ich bin mir nicht so sicher, bei wem die abgraben. Wir wissen, dass sie am ehesten Stimmen bei der FDP und der Union abziehen, aber vielleicht auch bei uns“, sagte Steinbrück in Berlin. Der SPD-Politiker betonte: „Daher werden Sie von mir keinen triumphierenden Unterton hören, nach dem Motto: Oh, guck mal, die leiten ja das Wasser um auf unsere Mühlen.“ Falls die AfD bei der Bundestagswahl knapp unter fünf Prozent landen sollte, könnte dies nach Meinung von Experten dafür sorgen, dass schon weniger als insgesamt 45 Prozent der Stimmen für eine Koalitionsmehrheit reicht — und somit eine mögliche Koalition von Union und FDP gefährden. In den Umfragen liegt die AfD derzeit meist bei zwei bis drei Prozent.

Die „Alternative“ will nach den Worten ihres Vorsitzenden Bernd Lucke bei aller Kritik am derzeitigen Euro nicht zurück zur D-Mark. „Nicht Deutschland soll den Euro verlassen, sondern die südeuropäischen Staaten“, sagte Lucke der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Südländer hätten dann die Chance, über eine Abwertung ihrer Währungen wieder wettbewerbsfähig zu werden. Im Parteiprogramm heißt es noch: „Die Wiedereinführung der D-Mark darf kein Tabu sein.“ Lucke plädierte nun dafür, in den Ländern Südeuropas eine Parallelwährung zum Euro einzuführen, um einen „sanften Übergang“ zu Drachme oder Escudo zu gewährleisten.

( (dpa) )

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