Prominente fordern Ende der Kirchenspaltung in Deutschland

Berlin. Von Günther Jauch bis Richard von Weizsäcker - mit dem Appell "Ökumene jetzt - ein Gott, ein Glaube, eine Kirche" haben prominente Katholiken und Protestanten ein Ende der Kirchenspaltung in Deutschland gefordert. Die seit 500 Jahren bestehende Teilung sei politisch nicht mehr zu rechtfertigen, heißt es in dem gestern in Berlin vorgestellten Aufruf. Theologische Gründe reichten nicht aus, um die Trennung fortzusetzen. Es gebe viel mehr, was katholische und evangelische Christen verbinde als sie trenne.

Laien beider Konfessionen seien bei dieser Erkenntnis viel weiter als Amtskirchen und Theologen, sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Der Appell sei auch als Ermutigung an die Pfarrer zu verstehen, den Weg der "Einheit in der Vielfalt" fortzusetzen. Zu den 23 Erstunterzeichnern gehören Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, der frühere bayerische Kultusminister Hans Maier (CSU) und der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach. Anlass für die Initiative ist der 50. Jahrestag des Zweiten Vatikanischen Konzils, das sich für eine Verständigung mit den Protestanten ausgesprochen hatte, sowie der 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017.

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) reagierten zurückhaltend auf das Dokument. Die Bischöfe erklärten den Dialog zwar für unverzichtbar. Eine volle Einheit sei aber ohne eine solide theologische Verständigung unmöglich. Auch die EKD betonte, dass theologische Grundeinsichten für die Begründer beider Konfessionen existenziell waren. "Aus evangelischer Sicht ist die Reformation nicht beendet."

( (dpa) )