Ursachenforschung nach dem Amoklauf

Blutbad in Winnenden: Tim K. spielte Killerspiele

Die Eltern des Amokläufers von Winnenden dementieren eine psychotherapeutische Behandlung des Jungen. Unterdessen werden weitere Details aus dem Leben von Tim K. bekannt.

München/Hamburg. Die Eltern des Amokläufers von Winnenden haben über ihren Anwalt dementiert, dass ihr Sohn Tim K. in psychotherapeutischer Behandlung gewesen sei. Rechtsanwalt Achim Bächle erklärte dem Nachrichtenmagazin "Focus", der Junge sei deswegen auch in keiner Klinik behandelt worden. Dies steht im Gegensatz zu Angaben des Stuttgarter Innenministers Heribert Rech (CDU), wonach Tim K. laut einem Musterungsschreiben der Bundeswehr 2008 mehrfach in einer psychiatrischen Klinik bei Weinsberg wegen Depression stationär behandelt wurde. Weiterhin berichtet der "Spiegel", der Junge spielte am Abend vor der Tat am Computer stundenlang ein Killerspiel.

Die Auswertung des Computers ergab dem Hamburger Nachrichtenmagazin zufolge, dass Tim K. um 19.30 Uhr das Killerspiel "Far Cry 2" startete und den PC gegen 21.40 Uhr ausschaltete. Der Junge habe auch die Schießspiele "Counterstrike" und "Tactical Ops" installiert. Zudem seien etwa 200 Pornobilder gefunden worden, davon mehr als 120 sogenannte Bondage-Bilder, die nackte, gefesselte Frauen zeigen.

Im Internet hatte sich der Jugendliche offenbar schon vor Monaten mit Massakern an Schulen auseinandergesetzt. Nach Erkenntnissen der Ermittler sei Tim K. unter mehreren Pseudonymen wie "JawsPredator1" im Internet aktiv gewesen und hatte unter anderem bei der Plattform "MyVideo" ein entsprechendes Profil.

In einem der Diskussionsforen zu den Schulmassakern von Erfurt und Emsdetten meldete sich am 23. August vergangenen Jahres "JawsPredator1" zum Thema Amokläufer zu Wort: "Das witzige ist ja selbst wenn diejenigen es ankündigen glaubt es ihnen niemand." Als Autor vermute die Polizei den späteren Täter.