Koalition: Einigung über Ministerposten

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Überraschung im schwarz-gelben Kabinett: Schäuble wird Finanzminister, Guttenberg geht zur Bundeswehr, und Rösler (36) sorgt für die Gesundheit.

Berlin. Die Verhandlungsführer von Union und FDP sind am Ziel: Die Spitzen beider Parteien einigten sich am späten Freitagabend auf die Zusammensetzung des künftigen Kabinetts. An diesem Sonnabend soll der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag in Berlin präsentiert werden.

Von den 15 Ministerposten erhält die FDP fünf Ressorts und die CSU drei. Für die CDU bleiben neben Kanzlerin Angela Merkel sieben Ministerposten. Neuer Finanzminister wird der bisherige Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU). CSU-Star Karl-Theodor zu Guttenberg wechselt vom Wirtschafts- ins Verteidigungsministerium, und der erst 36 Jahre alte niedersächsische Wirtschaftsminister Philipp Rösler übernimmt in der neuen Regierung das Gesundheitsministerium.

Der Wechsel Schäubles ins Finanzressort gilt als größte Überraschung. Bis zuletzt war für das Finanzministerium der bisherige Kanzleramtsminister Thomas de Maizière gehandelt worden, der nun aber das Innenressort von Schäuble übernimmt.

Unerwartet kam auch die Berufung Röslers ins Kabinett. Er hatte so kompetent für die Liberalen das Thema Gesundheit verhandelt, dass die Koalitionäre nicht mehr an ihm vorbeikamen. Ursula von der Leyen (CDU), die lange als künftige Gesundheitsministerin gehandelt worden war, bleibt damit zuständig für den Bereich Familie.

Zuvor hatten Union und Liberale einen Durchbruch in der Gesundheitspolitik erzielt. Angestrebt wird ein völliger Umbau bei der Finanzierung des Systems, wie ihn die FDP immer gefordert hatte. Der Gesundheitsfonds soll nur noch vorübergehend beibehalten werden.

Bis zum späten Abend wurde über den letzten offenen Punkt verhandelt: die Frage, wie die im Wahlkampf versprochenen Steuersenkungen gestaltet werden.