Zwischenfall in Afghanistan

Bundeswehr-Hubschrauber bei Kundus beschossen

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Zum ersten Mal sind zwei deutsche Helikopter attackiert worden. Verletzt wurde niemand. Die Taliban greifen immer häufiger im Norden an.

Kundus. Im Norden Afghanistans sind zwei Hubschrauber der Bundeswehr beschossen worden. Einer der beiden Helikopter des Typs CH-53 sei am Mittwoch auf dem Flug von Kundus in die Stadt Emam Saheb getroffen worden, bestätigte die Bundeswehr.

Der Beschuss mit Handwaffen habe sich etwa drei Kilometer nördlich des Feldlagers Kundus ereignet. Der getroffene Hubschrauber sei zum Flugplatz Kundus zurückgekehrt. Menschen seien bei dem Vorfall nicht verletzt worden. Die Unruheprovinz Kundus ist der gefährlichste Einsatzort der Bundeswehr in Afghanistan. Die deutschen Truppen werden dort immer wieder von Aufständischen angegriffen und in Fallen gelockt. Der Beschuss von Hubschraubern wurde bisher allerdings nicht gemeldet.

Außerdem griffen die radikal-islamischen Taliban erneut die Nachschubroute der internationalen Truppen im Einsatzgebiet der Bundeswehr an. Die Aufständischen hätten zwei Tanklaster eines Versorgungskonvois für die Nato mit Panzerfäusten zerstört, berichtete „Spiegel Online“. Der Vorfall habe sich in Aliabad ereignet, etwa 15 Kilometer südlich vom Lager der Bundeswehr. Die Taliban hätten sich zu der Attacke bekannt und weitere Angriffe auf die Transportroute angekündigt. In Aliabad hätten die Taliban vor einigen Wochen auch die beiden Tanklaster entführt, die später auf Anordnung der Bundeswehr bei einem Luftangriff zerstört wurden. Das Einsatzführungskommando in Potsdam bestätigte die Attacke vom Freitag, nannte aber keine Details. Die deutschen Truppen seien jedoch an dem Vorfall nicht beteiligt gewesen.

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hat sich dafür ausgesprochen, die Mandatsobergrenze von 4500 Soldaten für die deutsche Afghanistan-Truppe deutlich anzuheben. „Wir müssen initiativ vorgehen und die Kampfkraft stärken“, sagte Kujat dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Die Obergrenze sollte deutlich erhöht werden, und zwar eher in Richtung 8000 als in Richtung 6000.“ Der Druck seitens der USA werde wachsen. Zudem würden die Taliban in Nordafghanistan noch stärker. Vor allem aber sei die Aufstockung erforderlich, um mehr militärische Initiative ergreifen und dabei die eigenen Soldaten besser schützen zu können. „Wir müssen aus der Ecke raus, in die die Taliban uns gedrängt haben“, forderte Kujat.

( (rtr/HA) )

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