Preisverleihung

Rüstungsgegner Grässlin erhält Aachener Friedenspreis

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Der 53-Jährige hat am Donnerstag den Aachener Friedenspreis erhalten. Vor der Verleihung kündigte er an, Strafantrag gegen Heckler & Koch zu stellen.

Aachen. Mitten im Wirbel um die Entdeckung deutscher G36-Sturmgewehre in Libyen hat der Rüstungsgegner Jürgen Grässlin am Donnerstag den Aachener Friedenspreis erhalten. Seit den 80er Jahren arbeite der 53-jährige Realschullehrer mit beeindruckender Energie für den Frieden und vor allem für Verbote von Rüstungsproduktion und -exporten, hieß es in der Begründung des Vereins Aachener Friedenspreis.

Grässlin kündigte noch vor der Preisverleihung an, Strafanzeige gegen das Rüstungsunternehmen Heckler & Koch zu stellen. Der Bautyp der in Libyen aufgetauchten G36-Sturmgewehre spreche eindeutig dafür, dass die Waffen von dem Firma in Oberndorf am Neckar kämen, sagte er. Der Rüstungsgegner hatte sich schon in der Vergangenheit immer wieder mit Heckler & Koch angelegt. Grässlin ist unter anderem Sprecher der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“, der 100 Organisationen angehören.

In seiner vorab veröffentlichten Dankesrede richtete er seinen Blick auf die Opfer. Er schilderte seine Begegnungen mit Menschen, die durch den Einsatz von Waffen traumatisiert und verstümmelt seien. „Wenn Deutschland – der Europameister – aus dem Geschäft mit dem Waffenhandel aussteigt, sind wir dem weltweiten Frieden ein Stück näher“, sagte Grässlin. Wenn sich Deutschland von seiner Rolle als „Hoflieferant menschenrechtsverletzender Regierungen“ verabschiede, könnte es als Friedensmacht auftreten.