In Bayern hoffen SPD und Grüne auf Machtwechsel

München. Bayerns Landtags-Grüne verbinden mit der erwarteten Spitzenkandidatur von Christian Ude (SPD) bei der nächsten Landtagswahl ernsthafte Hoffnungen auf einen Machtwechsel. "Die Chance ist da, erstmals die CSU in Bayern in die Opposition zu schicken", sagte Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause der "Leipziger Volkszeitung".

Auch Ude zeigte sich optimistisch, dass die SPD deutlich mehr Stimmen holen werde als bei der letzten Landtagswahl mit 18,6 Prozent. "Fünf Prozent Zuwachs traue ich mir zu", sagte Ude gestern im Deutschlandfunk. "Und wenn die Grünen ihre Stärke behaupten und die Freien Wähler auch, dann ist das allemal eine Mehrheit", sagte der SPD-Politiker. Er hatte vor wenigen Tagen erklärt, dass eine Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2013 für ihn denkbar sei. Die Bayern-SPD will noch in diesem Jahr über die Personalie entscheiden.

Ude will im Fall einer Niederlage bei der Landtagswahl aber nicht Oppositionsführer im weiß-blauen Parlament werden. Auch für eine schwarz-rote Koalition stehe er nicht zur Verfügung, sagte er dem "Spiegel". "Juniorpartner der CSU kann man auch ohne meine Hilfe werden." Ude hat erste Bedingungen für eine mögliche Spitzenkandidatur gestellt. Seine Partei müsse der umstrittenen dritten Startbahn am Münchner Flughafen ebenso zustimmen wie der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in der Landeshauptstadt.

Der CSU-Politiker und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sieht die erwartete Ude-Kandidatur unterdessen als Folge einer Personalschwäche bei den Sozialdemokraten. "Für jeden ist erkennbar, dass der SPD-Nachwuchs in Bayern kläglich versagt", sagte Friedrich der "Passauer Neuen Presse". "Da schmeichelt es natürlich Herrn Ude, dass er gefragt wird. Aber es geht nicht um Eitelkeit, sondern um landespolitische Kompetenz."