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Der Gegenkandidat

Joachim Gauck, Jahrgang 1940, stand als evangelischer Pfarrer seit 1974 unter Beobachtung des Ministeriums für Staatssicherheit. Nach dem Mauerfall ließ er sich in die Volkskammer wählen, dort entwarf er das Gesetz zur Sicherung der Stasi-Unterlagen. Deshalb fiel die Wahl quasi zwangsläufig auf den Rostocker, als die Bundesregierung beschloss, einen Sonderbeauftragten für die Stasi-Unterlagen zu ernennen. Gauck führte die Behörde bis Oktober 2000.

Als CDU und FDP nach Horst Köhlers Rücktritt Christan Wulff für das Amt des Bundespräsidenten nominierten, gelang es SPD und Grünen, Joachim Gauck für eine Gegenkandidatur zu gewinnen. Er unterlag Wulff am 30. Juni 2010 erst im dritten Wahlgang.

Seitdem ist der 71-Jährige ein gefragter Vortragsredner und Talkshowgast. Er ist gerade mit dem Ludwig-Börne-Preis geehrt worden.