Die Schonzeit für Merkels Sprecher ist nach 100 Tagen vorbei

Berlin. Angela Merkels Regierungssprecher ist am heutigen Donnerstag 100 Tage im Amt. Das ist die Schonfrist, die Regierungsmitgliedern zur Einarbeitung zugestanden wird. Wirklich geschont wurde Steffen Seibert in dieser Zeit aber nicht. Bilanzen werden jetzt dennoch gezogen.

Auf die Frage, was sein bisher schlechtestes Erlebnis in Berlin war, sagt der ehemalige ZDF-Nachrichtenmoderator: "Regierungssprecher sein ist ein Handwerk. Das beherrscht man nicht von vornherein perfekt. Die Frage ist immer: Was und wie viel sagt man wem wann." Manchmal habe er zu viel, manchmal zu wenig erzählt.

Seibert findet den Berliner Politikbetrieb dennoch nicht so schlimm, wie er oft dargestellt wird. "Diese angebliche Bestie besteht auch nur aus Menschen und mit denen arbeite ich sehr gern zusammen, komme - finde ich jedenfalls - auch gut mit ihnen klar", sagt Seibert. Den Seitenwechsel bedauere er jedenfalls nicht.