Stuttgart-21-Gegner demonstrieren vor Parteitag

Karlsruhe. Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben gestern vor dem Tagungsgebäude des CDU-Parteitags in Karlsruhe demonstriert. Die Polizei zählte insgesamt rund 150 Demonstranten. Mit einer Folie ließen sie einen symbolischen Krater auf dem Asphalt entstehen und warfen Geldscheine in dieses "Milliardengrab Stuttgart 21". Sie wollten damit nach Angaben der Veranstalter vor allem auf die Kosten für das Infrastrukturprojekt hinweisen. Das Geld fehle andernorts für den Ausbau des Bahnverkehrs. Die Demonstranten forderten Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Stefan Mappus auf, einen Volksentscheid über Stuttgart 21 zu ermöglichen.

Zu der Aktion aufgerufen hatten das Kampagnennetzwerk Campact aus dem niedersächsischen Verden und das Aktionsbündnis "Baden unterstützt: Oben bleiben! Kein Stuttgart 21". Am Abend trafen zudem in der Landeshauptstadt Stuttgart Gegner des Bauvorhabens zu ihrer traditionellen Montagsdemonstration zusammen.

Trotz der Proteste machte sich Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel für das Bahnprojekt stark. "Irgendwann kommt ein Punkt, da muss demokratisch entschieden werden", sagte sie. Sie sei für Bürgerbeteiligung, aber es könne nicht sein, dass nach einer Entscheidung Demonstrationen kämen und ein Projekt eingestampft werde. Der Bau bringe bis zu 17 000 neue Arbeitsplätze.

Für ihre Unterstützung hatte Mappus der Kanzlerin bereits zuvor in seiner Parteitagsrede gedankt. "Stuttgart 21 ist eine Jahrhundertchance. Wir stehen zu diesem Projekt", sagte Mappus. Er fügte hinzu: "Deutschland ist bei der CDU und auch bei unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel in besten Händen." Diese Botschaft müsse auch vom Parteitag ausgehen.

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.