Antragsflut zu Beginn des Islamisten-Prozesses

Stuttgart. Weil sie Menschen für den Heiligen Krieg angeworben haben sollen, müssen sich drei deutsche Islamisten seit gestern vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Die Männer aus Ulm, Wiesbaden und Bonn sollen 100 Glaubensbrüder in Deutschland radikalisiert haben. Über eine ägyptische Koran- oder Sprachschule haben sie diese nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft für Terrorlager in Afghanistan oder Pakistan gewonnen.

Experten vermuten, dass die Männer im Alter von 25, 28 und 47 Jahren zu einem Netzwerk von sieben Islamisten gehörten. Angeklagt sind sie wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Zum Auftakt brachten die Verteidiger gleich mehrere Anträge vor Gericht ein. Unter anderem wollen sie das Verfahren einstellen lassen, weil ihrer Ansicht nach wichtige Voraussetzungen für einen Prozess fehlen. In einem Fall wie diesem brauche es für die Strafverfolgung eine Ermächtigung durch das Bundesjustizministerium, weil die betroffenen Vereinigungen ihren Sitz im Ausland hätten. Zuständig sei auch das Oberlandesgericht und nicht das Landgericht. Nun ist fraglich, ob das Gericht mit den bislang 24 weiteren Sitzungsterminen auskommen wird.