Durch Steuer-CD geraten angeblich auch Unschuldige ins Visier

Münster. Eine vom Land Nordrhein-Westfalen angekaufte CD mit Kontodaten der Schweizer Privatbank Julius Bär bringt offensichtlich auch Unschuldige ins Visier der Ermittler. Einem Bericht des "Spiegels" zufolge klingelten die Steuerfahnder in mehreren Fällen bei Bürgern, die kein Schwarzkonto bei dem Bankhaus hatten. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Münster wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die laufenden Ermittlungen.

Betroffen soll unter anderem eine Lokalpolitikerin aus dem Raum Düsseldorf sein. Ihr werde vorgeworfen, 400 000 Schweizer Franken (knapp 300 000 Euro) angelegt zu haben. Die Steuerfahnder hätten ihr auch gleich die Rechnung aufgemacht: 50 000 Euro solle sie an die Staatskasse überweisen. Die Politikerin beteuere aber, weder sie noch sonst jemand aus ihrer Familie habe jemals Geld in der Schweiz angelegt. Die Bank tue sich schwer mit einer entsprechenden Bescheinigung, schließlich sei die Frau keine Kundin.

( (dpa) )