Ex-Generalinspekteur rechtfertigt Vorgehen nach Kundus-Luftschlag

Berlin. Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, hat gestern vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Kundus-Affäre bekräftigt, dass er weder gegenüber dem damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) noch gegenüber dessen Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) Informationen unterschlagen habe. Auch über mögliche zivile Opfer habe er frühzeitig informiert.

Er kritisierte allerdings den Pressestab Jungs scharf. Nach dem Luftschlag am 4. September 2009 in Nordafghanistan habe es ein "lustiges Telefonieren", aber "kein orchestriertes Vorgehen" gegeben. Schneiderhan räumte ein, dass die Zeit, Guttenberg zu informieren, "schon sehr knapp" gewesen sei. Er war zusammen mit Ex-Verteidigungsstaatssekretär Peter Wichert von Guttenberg entlassen worden, weil beide dem Minister einen Bericht zum Angriff vorenthalten haben sollen.