Greenpeace: Regierung trickst in Atomdebatte

Berlin. Atomkraftgegner und Opposition haben die gestern vorgestellte Energiestudie der Regierung heftig kritisiert. "Die Bundesregierung trickst herum, dass sich die Balken biegen und brechen", sagte André Böhling von Greenpeace. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei "massiv klein gerechnet" worden. "Dieses Gutachten kann keine objektive Grundlage für die Beurteilung von Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken sein."

Drei Institute hatten in mehreren Szenarien unter anderem berechnet, welche Auswirkungen ein um vier bis 28 Jahre verzögerter Ausstieg auf Umwelt und Wirtschaft hätte. Nach Ansicht der Gutachter führt die Verlängerung zu Wirtschaftswachstum und wirkt sich dämpfend auf die Strompreise aus. Die Experten sprechen sich aber auch für mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Inland aus. Dadurch werde die Importabhängigkeit der Energieversorgung spürbar reduziert.

Mehrere Unionspolitiker forderten unter Berufung auf die Studie deutlich längere Laufzeiten der Kernreaktoren. Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Joachim Pfeiffer, sagte dem Hamburger Abendblatt: "Das Gutachten belegt, dass eine Laufzeitverlängerung positive Auswirkungen auf unsere Volkswirtschaft hat. Das Motto lautet: je länger, desto besser."