Merkel beharrt auf Rente mit 67 und kritisiert die SPD

Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt ein Abgehen von der Rente mit 67 ab. "Die SPD entfernt sich von der Wirklichkeit, und das ist nie ein guter Ratgeber", sagte sie in einem Interview der Mediengruppe Madsack zur Forderung der Sozialdemokraten, den Einstieg in die Rente mit 67 zu verschieben. Es gebe keine Möglichkeit, den demografischen Wandel zu ignorieren.

Die SPD-Spitze hatte beschlossen, mit dem schrittweisen Einstieg in die von der Großen Koalition beschlossene Verlängerung der Lebensarbeitszeit erst später zu beginnen. Zunächst müssten mindestens 50 Prozent der 60 bis 64 Jahre alten Arbeitnehmer in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sein.

Die Metall-Arbeitgeber warfen der SPD deshalb einen "gefährlichen Zickzackkurs" vor. "Es ist fahrlässig und populistisch, an der Grundsatzentscheidung für eine längere Lebensarbeitszeit zu rütteln", sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser der "Passauer Neuen Presse". Die IG Metall lehnt die Rente mit 67 weiter ab. In der Metallbranche seien nur vier Prozent der Arbeitnehmer älter als 60.