Mappus wirft Röttgen Wortbruch vor

Berlin. Die geplante Verlängerung der Laufzeiten für deutsche Kernkraftwerke sorgt weiterhin für Unfrieden innerhalb des Regierungslagers. Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) bezeichnete den bisherigen Atomkurs der schwarz- gelben Bundesregierung als "grandiose Fehlleistung".

Mappus nahm vor allem Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) ins Visier, der sich dagegen sträube, die Laufzeiten der Atomkraftwerke deutlich zu verlängern: "Es kann nicht sein, dass ausgerechnet derjenige, der dafür zuständig ist, ständig dagegenschießt", sagte Mappus bei einer CDU-Veranstaltung in Walldorf bei Heidelberg. Der Stuttgarter Regierungschef warf Röttgen vor, sich weder an den Koalitionsvertrag noch an Absprachen in der CDU zu halten. "Eines bringt mich relativ schnell auf die Palme: Wenn man etwas ausmacht, zum Beispiel im Kanzleramt, und dann geht man raus und sagt etwas anderes." Mappus hatte vor Wochen Röttgen indirekt zum Rückzug aufgefordert.

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) lehnt dagegen eine Verlängerung der Atomlaufzeiten ab. "Wir brauchen eine Energieversorgung, die sicher, nachhaltig und preisgünstig ist", sagte er der "Bild am Sonntag". "Nach meiner Überzeugung kann man das ohne eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke erreichen." Für die Union sei die Kernenergie eine Brückentechnologie, aus der man aussteigen sollte, sobald es genügend Alternativen gebe.