Linkspartei will nur für eigene Kandidatin Luc Jochimsen stimmen

Berlin. In der Linkspartei wächst kurz vor der Wahl des neuen Bundespräsidenten die Verärgerung über den Kandidaten von SPD und Grünen, Joachim Gauck. "Herr Gauck wird unsere Stimmen nicht bekommen, und es ist im Moment nicht absehbar, was sich da zwischen dem ersten, zweiten und dritten Wahlgang ändert", sagte Linkspartei-Chef Klaus Ernst in Berlin. Für den Kandidaten des bürgerlichen Lagers, Christian Wulff, werden die Linken auch nicht votieren. Unklar ist bislang lediglich, ob die Bundespräsidenten-Kandidatin der Linken, Luc Jochimsen, auch in einem dritten Wahlgang die Kandidatur aufrechterhält.

Bei einem möglichen dritten Wahlgang werden dem ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Gauck Chancen gegen den Favoriten und niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff eingeräumt, falls die Linkspartei für den 70-Jährigen stimmt. Gauck sei ein Spalter anstatt eines Versöhners, sagte Ernst. Trotzdem hoffe er, dass sich einige Vorwürfe bei der Vorstellung Gaucks heute vor der Linksfraktion klären könnten. Der frühere Chef der Stasi-Unterlagen-Behörde spricht der Linkspartei die Regierungsfähigkeit im Bund ab. Außerdem stößt Gaucks entschiedene Kritik an der ehemaligen DDR auf Widerstand in den Reihen der Linkspartei.