Berlin. Die Piratenpartei schwimmt auf einer Erfolgswelle. Nach dem Sprung in den saarländischen Landtag erreicht sie auch bundesweit in der Wählergunst einen Spitzenwert. Im Forsa-Wahltrend von "Stern" und RTL legen die Piraten im Vergleich zur Vorwoche um fünf Punkte auf zwölf Prozent zu. Das ist ihr bester Wert seit ihrer Gründung im September 2006. Bei der Bundestagswahl 2009 hatte die Partei zwei Prozent erreicht.
"Wir freuen uns natürlich riesig über die große Zustimmung aus der Bevölkerung", sagte Piraten-Sprecher Christopher Lang. "Aber wir wissen auch, dass Wahltrends Momentaufnahmen sind. Es ist immer noch ein großes Stück Arbeit, dass wir auch in die nächsten Landtage einziehen können." Bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein (6. Mai) und Nordrhein-Westfalen (13. Mai) werden den Piraten Chancen eingeräumt, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. Im September 2011 hatten die Piraten bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 8,9 Prozent erreicht und waren erstmals in ein Landesparlament eingezogen. Im Saarland holten sie 7,4 Prozent der Stimmen.
Die Erfolge der Partei hätten in der Union Eindruck hinterlassen, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Peter Altmaier, der WAZ-Mediengruppe. "Verunsicherung ist da. Niemand kann das Phänomen völlig abschätzen." Er halte die Piratenpartei für besser organisiert als früher die Grünen und traue ihnen bei der Wahl in NRW mehr zu als den Linken. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warf der Piratenpartei Ahnungslosigkeit sowie gezielte Versuche zur Aushöhlung der demokratischen Rechtsordnung vor.
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