Rente steigt um 2,18 Prozent - langsamer als die Inflation

Sozialverband kritisiert: Erhöhung am 1. Juli gleicht Kaufkraftverlust nicht aus

Hannover/Berlin. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sprach gestern in Hannover von einer "guten Nachricht für die 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner" in Deutschland: Die Renten steigen am 1. Juli deutlich stärker als noch 2011, als sie um einheitlich 0,99 Prozent angehoben worden waren. Im Westen gibt es in diesem Jahr 2,18 Prozent, im Osten 2,26 Prozent mehr. Wer 45 Jahre den Durchschnittslohn verdiente und in dieser Zeit in die Rentenkasse einzahlte (Standardrentner), erhält zu seinen 1236 Euro monatlicher Rente künftig 26 Euro mehr ausgezahlt.

Allerdings werden die Rentner damit nicht in vollem Umfang an der guten Konjunktur und den Lohnzuwächsen beteiligt: Die höheren Altersbezüge dürften die Geldentwertung auch im Jahr 2012 nicht ausgleichen können. Schon im Februar lag die Inflationsrate bei 2,3 Prozent. Der Sozialverband VdK hat die Rentenerhöhung deshalb als zu gering kritisiert.

Für Rentner gebe es keinen Grund zum Jubeln, sagte die VdK-Vorsitzende Ulrike Mascher. "Unter dem Strich werden durch die bevorstehende Rentenanpassung die Kaufkraftverluste der Rente, die sich über die letzten Jahre angehäuft haben, nicht wettgemacht." Die Kaufkraft sei seit 2004 um neun Prozent gesunken. Wegen der gut gefüllten Rentenkasse waren die Beiträge zuletzt von 19,9 auf 19,6 Prozent gesunken.

( (dpa) )