Umfrage

Deutsche glauben an große Liebe und an stabile Ehen

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Trotz hoher Single- und Scheidungsquote hat die Allensbach-Studie zum Thema Partnerschaft eine positive Einstellung der Deutschen enthüllt.

Berlin. Die Scheidungsrate hat sich bei 40 Prozent eingependelt, und die Zahl der Singles nimmt weiter zu - trotzdem bleiben die Deutschen optimistisch: 66 Prozent glauben an die große Liebe, also daran, "dass man einen Partner finden kann, mit dem man für den Rest seines Lebens glücklich ist". Nur eine Minderheit (16 Prozent) hält die Ehe für nicht mehr zeitgemäß.

Die Ehe ist also kein Auslaufmodell. Das ist der Kern der Allensbach-Studie "Partnerschaft 2012: Zwischen Herz und Verstand". Allerdings sind die Demoskopen im Rahmen ihrer repräsentativen Umfrage auf eine gehörige Portion Pragmatismus gestoßen: Während die Liebe anfangs für die meisten noch als Grundvoraussetzung für eine gute Partnerschaft gilt, wird später die Harmonie immer wichtiger. "Den Alltag wie gute Freunde gemeinsam zu bewältigen und sich gegenseitig zu unterstützen ist für eine glückliche Partnerschaft wichtiger als die große Leidenschaft", davon ist die Mehrheit der Deutschen überzeugt.

Verlässlichkeit und Treue sind für die meisten Befragten die wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine gute Ehe, der Übereinstimmung in politischen und religiösen Fragen oder beim Bildungsstand wird vergleichsweise wenig Bedeutung beigemessen. Auch Sex, Geld und gegenseitige Anziehungskraft landeten bei den Faktoren für eine stabile Partnerschaft eher im Mittelfeld.

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Zweifel an der lebenslangen Partnerschaft erwachsen weniger aus Unzufriedenheit als vielmehr aus der Überzeugung, dass es Alternativen geben könnte. Diese Vorstellung, so Allensbach-Geschäftsführerin Renate Köcher bei der Vorstellung der Studie in Berlin, verunsichere vor allem junge Männer und Paare aus den unteren sozialen Schichten.

Interessant ist auch die Definition von Privatsphäre, die auch Partner untereinander zu beachten haben. "Die Post des Partners ist tabu und darf nicht geöffnet werden." Das ist für die Mehrheit ungeschriebenes Gesetz. Dasselbe gilt noch deutlicher für das heimliche Lesen von SMS. Zwei Drittel der Befragten können sich getrennte Schlafzimmer nicht vorstellen, "Fremdflirten" ist für 61 Prozent der Frauen und für 51 Prozent der Männer in einer festen Partnerschaft tabu.

Vier von fünf Befragten nennen ihre Beziehung "glücklich" oder sogar "sehr glücklich", nur jeder Zehnte dagegen beschreibt sie als unglücklich. Andererseits lebt auch nur jeder zehnte Single in Deutschland aus Überzeugung alleine. Aber während sich Alleinstehende aus höheren sozialen Schichten in der Regel sehr gut mit ihrer Lebenssituation arrangieren, können sich die Singles aus den unteren sozialen Schichten damit weitaus weniger abfinden.

( (BaM) )