Überwachung der Internet-Kommunikation

37.292.862 E-Mails von Geheimdiensten mitgelesen

Big Brother is watching you: Schlüsselwörter wie "Bombe" sorgen dafür, dass die betreffende Mail überprüft wird. Mehr Sicherheit auf Kosten der Privatsphäre: Die Zahl der von deutschen Geheimdiensten mitgelesenen E-Mails hat sich verfünffacht.

Berlin. Big Brother is watching you - mehr Sicherheit auf Kosten der Privatsphäre: Die Zahl der von deutschen Geheimdiensten mitgelesenen E-Mails hat sich verfünffacht. Die deutschen Geheimdienste überwachen in immer größerem Stil E-Mails und andere Internet-Kommunikationen. Das meldet die „Bild“-Zeitung (Samstagausgabe) unter Berufung auf zwei neue Berichte des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages (PKG). 2010 wurden dem Bericht zufolge 37.292.862 E-Mails und Datenverbindungen überprüft, weil darin bestimmte Schlagwörter (zum Beispiel „Bombe“) vorkamen. Damit habe sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verfünffacht. 2009 waren 6,8 Millionen Internet- und sonstige Kommunikationen überprüft worden.

Insgesamt hätten die Dienste den E-Mail- und Datenverkehr nach rund 2.000 Schlagwörtern im Bereich Terrorismus, 13.000 Suchwörtern wegen Proliferation und rund 300 Begriffen im Zusammenhang mit illegaler Schleusung durchstöbert. Trotz der massenweisen Überwachung habe es nur in 213 Fällen tatsächlich verwertbare Hinweise für die Geheimdienste gegeben.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), Bundesnachrichtendienst (BND) und Militärischer Abschirmdienst (MAD) dürfen den Datenverkehr durchforsten, um Terroristen, Waffenschieber oder Schleuserbanden aufzuspüren. (dapd)