Euro-Länder verlieren Geduld mit Griechenland

Brüssel. Die Verärgerung über Griechenland wird immer größer: Wegen Mangels an Reformen setzten die Euro-Staaten die Regierung in Athen gestern unter großen Druck. Für das zweite Kreditprogramm über 130 Milliarden Euro zur Abwehr der Staatspleite müsse Griechenland zusätzliche Maßnahmen für mehr Wachstum in Angriff nehmen, erklärte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker in Brüssel. Der Sparkurs sei "aus der Spur" geraten. Schwedens Finanzminister Anders Borg sagte: "Die Umsetzung der Strukturreformen ist missglückt." Mit Blick auf die griechischen Wahlen im April forderte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), alle griechischen Parteien müssten ihre Bereitschaft erklären, die Reformen mitzutragen. Die in Umfragen führenden Konservativen sind aber gegen den Sparkurs.

Nicht nur mit Blick auf eine neue Milliardenhilfe steht Griechenland mit dem Rücken zur Wand - offen ist auch, ob es zu dem angestrebten Schuldenschnitt kommen wird. Die Euro-Finanzminister schickten ihren Kollegen Evangelos Venizelos zurück an den Verhandlungstisch mit den Banken. Ziel ist, dass die Gläubiger Griechenlands freiwillig auf 100 Milliarden Euro verzichten. Athen fordert eine Einigung noch in dieser Woche. Bisher ist eine Lösung nicht in Sicht, weil etliche Banken zögern. An den europäischen Finanzmärkten und in New York reagieren Anleger zunehmend nervös.

( (dpa) )