Organisatoren rüsten sich für Präsidentenwahl

Hamburg. Nicht nur bei den Parteien laufen die Vorbereitungen für die Wahl des Bundespräsidenten auf Hochtouren, sondern auch bei der Verwaltung des Bundestages. In nur 30 Tagen muss sie dieses Mal die Zusammenkunft der Bundesversammlung organisieren - so wenig Zeit wie noch nie zuvor. "Im Normalfall brauchen wir dafür sechs bis acht Monate", sagte Bundestags-Sprecher Christian Hoose dem Abendblatt. "Aber die letzte Wahl ist ja erst ein Jahr her, da wusste jeder noch genau, was zu tun ist."

Konkret heißt das: 622 Hotelzimmer reservieren - denn die Hälfte der Wahlmänner und -frauen wird von den Länderparlamenten entsandt und kann nicht auf eine Abgeordnetenwohnung in Berlin zurückgreifen. "Das war gerade jetzt im Sommer besonders schwer, weil viele Touristen in Berlin sind", so Hoose. Zweites Problem: Der Umbau des Plenums. Die Sitze im markanten "Reichstagsblau" müssen weitestgehend abmontiert und eingelagert werden - für 1244 extra angemietete Stühle, die aus Platzgründen höchstens 50 Zentimeter breit sein dürfen. Erst kurz vor der Wahl wird mit dem Umbau begonnen, denn noch wird regelmäßig im Plenum getagt.

Weiterhin wichtig: Vorkehrungen für Sicherheit und Brandschutz, das leibliche Wohl der Wahlleute und deren Transport von den Hotels in den Bundestag. Strom und genug Platz für die Presseleute muss auch bereitgestellt werden. "Es gibt wirklich viel zu bedenken", so Hoose. "Aber wir sind guten Mutes, dass alles klappt."