FDP-Kreisverband fordert Rücktritt von Westerwelle

Wiesbaden. In der FPD wächst angesichts des großen Ärgers über den Kurs der Liberalen die Kritik an Parteichef Guido Westerwelle. Der Vorsitzende des Kreisverbands Limburg-Weilburg, Christoph Müller, forderte seinen Rücktritt. "Die Basis ist stinksauer und die Stimmung katastrophal", sagte Müller. Die FDP habe im Bund so gut wie nichts von dem umgesetzt, was sie angekündigt habe. In dieser Analyse sei er sich mit seinem hessischen Landesvorsitzenden Jörg-Uwe Hahn weitgehend einig, sagte Müller. Er wolle erreichen, dass am Sonnabend beim FDP-Landesparteitag im osthessischen Künzell ein außerordentlicher Parteitag der Bundespartei im Herbst beantragt werde, sagte Müller. Auf diesem müssten dann "dringende Fragen in personeller und programmatischer Hinsicht erörtert werden". Hahn hatte dem "Darmstädter Echo" gesagt: "Guido Westerwelle war ein hervorragender Oppositionsführer. Leider wurde in dieser Zeit ein bisschen vergessen, an den Tag nach dem Wahlsieg zu denken." Deshalb hätten die Liberalen zu lange gebraucht, sich ans Regieren zu gewöhnen. Nach Einschätzung Hahns wäre es außerdem klüger gewesen, statt des Gesundheitsressorts die Verantwortung für die Finanzen anzustreben.