Defizit von 14,7 Milliarden Euro

Milliarden-Loch in Sozialkassen

Wiesbaden. Bei der gesetzlichen Sozialversicherung in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr mit einem Defizit von 14,7 Milliarden Euro ein großes Loch aufgetan. Die Einnahmen stiegen um 1,4 Prozent auf 490,9 Milliarden Euro, die Ausgaben um 5,3 Prozent auf 505,6 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Jahr zuvor hatte es noch ein Plus von 3,8 Milliarden Euro gegeben.

Der größte Teil des Lochs in der Sozialversicherung stammt aus der Kasse der Bundesagentur für Arbeit. Sie hatte 2009 ein Defizit von 14,3 Milliarden Euro, das waren 13,2 Milliarden Euro mehr als 2008. Die Ausgaben nahmen um mehr als 23 Prozent auf 48,7 Milliarden Euro zu. Als Grund nannte das Statistische Bundesamt die erhebliche Steigerung des Kurzarbeitergelds. Nach 100 Millionen Euro 2008 wurden im vergangenen Jahr dafür 3,0 Milliarden Euro ausgegeben. Auf der anderen Seite gingen die Einnahmen um 10,4 Prozent auf 34,4 Milliarden Euro zurück, was auf die Absenkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung Anfang 2009 zurückzuführen ist.

Bei der Rentenversicherung glichen sich Einnahmen und Ausgaben 2009 fast aus - nach einem Überschuss von 3,7 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Die Krankenversicherung, die 2008 noch mit 0,7 Milliarden Euro im Plus lag, hatte 2009 ein Minus von 1,4 Milliarden Euro.