Arbeitgeberverband

Mindestlohn für Pflegekräfte soll im Juli kommen

Berlin. Für Hunderttausende Beschäftigte in Altenheimen und bei ambulanten Pflegediensten soll von Juli an ein Mindestlohn gelten. Dann soll für Pflegekräfte im Westen eine Lohnuntergrenze von 8,50 Euro gelten. In Ostdeutschland soll es mindestens 7,50 Euro pro Stunde geben, teilte der Arbeitgeberverband Pflege in Berlin mit. Für Beschäftigte, die jetzt schon einen höheren Tariflohn bekommen, ändert sich nichts. Der Mindestlohn für die rund 800 000 Beschäftigten der Branche muss noch vom Kabinett bestätigt werden.

Nach sechsmonatiger Beratung hatte sich die zuständige Kommission einstimmig geeinigt, teilte der Arbeitgeberverband Pflege mit. Zum 1. Januar 2012 sowie zum 1. Juli 2013 soll sich der beschlossene Mindestlohn um jeweils 25 Cent erhöhen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di sagte, einem "maßlosen Lohndumping" werde damit ein Riegel vorgeschoben. Der Arbeitgeberverband Pflege, der rund 200 000 Mitarbeiter der Branche vertritt, erklärte, der Pflege-Mindestlohn helfe allen: den ungelernten Pflegehilfskräften, weil sie einen fairen Lohn erhielten; den Unternehmen, weil ein maßvoller Mindestlohn vereinbart worden sei, und den Sozialversicherungspflichtigen, weil die Pflege in Deutschland bezahlbar bleibe.