Forderung: Kindergeld nur gegen Hausaufgaben

Sarrazin nimmt sich jetzt Bildungspolitik vor

Wiesbaden/Berlin. Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat sich mit scharfen Äußerungen in die Bildungsdebatte eingeschaltet. Der SPD-Politiker brachte Sanktionen beim Kindergeld ins Spiel, wenn Kinder ihre Hausaufgaben nicht machen. "Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt", sagte der frühere Berliner Finanzsenator auf einer Diskussionsveranstaltung in Wiesbaden.

"Was meinen Sie, was auf einmal die Hausaufgaben gemacht werden. Und kein hausaufgabenfrei übers Wochenende." Vor Beginn des Unterrichts müsse kontrolliert werden, ob die Kinder die Hausaufgaben erledigt haben. "Und wenn sie sie nicht gemacht haben, werden die Eltern zitiert."

Auf Einladung des hessischen Integrationsministers Jörg-Uwe Hahn (FDP) diskutierte Sarrazin über die Chancen und Grenzen von Integration. Dabei verteidigte er auch seine umstrittenen, von manchen als rassistisch verstandenen Äußerungen über Ausländer. "Ob das gelungen war oder nicht, es hat gewirkt", sagte der 65-Jährige. Die heftigen Reaktionen seien für ihn unerwartet gewesen, sagte Sarrazin.

In einem Interview hatte er unter anderem gesagt: "Eine große Zahl an Arabern und Türken hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich vermutlich auch keine Perspektive entwickeln." Wegen dieser Aussagen läuft im Landesverband Berlin der SPD ein Ausschlussverfahren gegen Sarrazin. Die Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen.

( (dpa) )