Aufnahmerituale

Schikanen bei Bundeswehr waren bekannt

Mittenwald. Vorgesetzte haben von den teils skandalösen Aufnahmeritualen bei den Bundeswehr-Gebirgsjägern im oberbayerischen Mittenwald gewusst. Sie hätten "Mutproben" wie das Essen von roher Schweineleber aber mehrfach verboten, sagte der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 233, Fred Siems. "Dennoch wurde es insgeheim weitergeführt." Gegen zwei Soldaten richtet sich ein Anfangsverdacht, sagte Siems. Ein Ex-Gebirgsjäger hatte den Wehrbeauftragten des Bundestages, Reinhold Robbe, eingeschaltet. Die Münchner Staatsanwaltschaft prüft, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat vorliegt.

In dem Fall waren neu in den Hochgebirgsjägerzug gekommene Mannschaftsdienstgrade von den länger gedienten Soldaten schikaniert worden.