Sauerland-Verfahren: Urteile für Anfang März erwartet

Terrorprozess in Teilen eingestellt

Düsseldorf. Im sogenannten Sauerland-Prozess hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht einen Teil der Vorwürfe gegen die vier angeklagten Islamisten fallen gelassen. Der Vorwurf der Mitgliedschaft in einer inländischen Terrorvereinigung werde nicht weiter verfolgt, beschloss die Kammer unter Vorsitz von Richter Ottmar Breidling gestern. Die Bundesanwaltschaft hatte dem zugestimmt. Dies werde das Strafmaß kaum ändern, sagte Bundesanwalt Volker Brinkmann. Die Teileinstellung sei auch ein Entgegenkommen für die Geständnisse.

Nach neun Monaten steht das Verfahren gegen die mutmaßlichen Terrorkrieger damit vor dem Abschluss. Die Bundesanwaltschaft soll am 3. Februar mit den Plädoyers beginnen. Das Urteil wird für Anfang März erwartet. Die Verteidiger begrüßten die Einigung zwischen Gericht und Anklage. "Damit ist für meinen Mandanten auch der Vorwurf der Rädelsführerschaft vom Tisch", sagte der Anwalt von Fritz Gelowicz, Dirk Uden.

Den vier Männern wird Vorbereitung schwerer Bombenanschläge in Deutschland und Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung - der Islamischen Dschihad-Union (IJU) - vorgeworfen. Drei der Angeklagten waren im Herbst 2007 im Sauerland gefasst worden. Der vierte Komplize, Attila Selek, wurde später in der Türkei verhaftet.

Bundesanwalt Brinkmann appellierte an den Angeklagten Daniel Schneider, den Vorwurf der versuchten Tötung eines Polizisten zu gestehen. Bei der Festnahme hatte Schneider einem Polizisten die Waffe entrissen - dann fiel ein Schuss, der ins Leere ging. Aus Sicht der Bundesanwaltschaft wollte Schneider den Beamten erschießen. Er ist deshalb auch wegen versuchten Mordes angeklagt.